
Wenn ich von Jungschar- Teenagerarbeit spreche, so denke ich an das Herzstück dieser Arbeit – den jungen Menschen ganzheitlich zu fördern – nach Geist, Leib und Seele.
Es geht den jungen Menschen zu Jesus Christus zu führen und ihn in die Gemeinde der Gläubigen hineinzuführen, wo er Tag für Tag verwandelt werden darf in das Ebenbild Jesus Christus und wo er seine Gaben und Fähigkeiten zu Ehre Gottes entfalten darf.
Dieses Herzstück der Arbeit heißt in unserer heutigen Zeit „Erlebnispädagogik“ und war immer schon Schwerpunkt der Jungschar- Teenagerarbeit. Dies unterscheidet den ABÖJ von anderen Trägern – Missionswerke, die eine Arbeit mit jungen Menschen im selben Alter durchführen.
Ein tolles Buch zu diesem Thema schrieb Hans Peter Royer „Nur wer loslässt wird gehalten“.
Ja es gilt eine Stunde - Freizeit zu gestalten, welche der Neugierde und der erhöhten Risikobereitschaft der Jugendlichen entgegenkommt. In ihrer Zeit des Sich-Suchens und Sich-Findens wollen sie ihre Kräfte, ihre Gaben und die noch schlummernden Fähigkeiten entdecken und prüfen. Nur so sind sie imstande, ihre eigenen Grenzen zu ertasten.
In der leidenschaftlichen Suche nach Wahrheit und gültigen Maßstäben werden Kinderglaube und Normen der Erwachsenen geprüft und oft verworfen. Zur Neukonstituierung muss der Glaube für sie glaubwürdig und nachvollziehbar sein.
Der Lernort „Natur“ bildet geradezu einen idealen Lernraum für ein tiefes Nachdenken und zu einem realen Existenztraining. In diesem Bereich bietet die Erlebnispädagogik für die christliche Jugendarbeit einen exzellenten Ansatzpunkt und diesen Weg geht der ABÖJ.
Und diese Arbeit sah der ABÖJ nicht getrennt von der Gemeindearbeit sondern immer in Verbindung mit der Gemeinde. Ging es doch darum, die Jungschar- und Teenagermitarbeiter durch die begabten Sekretäre und Mitarbeiter zuzurüsten, damit die Gemeinde die Arbeit vor Ort durchführen kann. Das Sommerlager war zum Teil der Höhepunkt der Jungschar- Teenagerarbeit während des Jahres und war eine Gemeindeaktivität, die mit anderen Gemeinden durchgeführt wurde. So konnten die Jugendlichen optimal betreut und Außenstehende in die örtlichen Gruppen integriert werden.
Wenn man die Interviews und Berichte liest, dann findet man dies bestätigt und ist auch ein Wunsch der Gemeinden.
Andererseits erlebte der ABÖJ auch, wie es Martin Schober schrieb, dass die Gemeinden ihn als Gratis-Dienstleister ansahen. Sie delegierten Mitarbeiter und Kinder und kamen nicht für die echten Kosten auf.
Schließlich gibt es neben der Arbeit des ABÖJ auch andere gute Kinder- Teenagerarbeiten in den Gemeinden, die sehr gesegnet sind.
Vielleicht muss der ABÖJ diesen Weg als Dienstleister gehen, wie z.B. KEB oder der Bibellesebund oder andere Missionswerke oder Gemeindebünde. Auch hier gibt es Schulungen, um die Mitarbeiter in den Gemeinden zuzurüsten. Auf der anderen Seite werden Freizeiten mit eigenen Mitarbeitern angeboten oder man hält Kinder- oder Teenagerstunden mit den eigenen Mitarbeitern in den Gemeinden ab. Die vollzeitlichen Mitarbeiter müssen zum Teil für ihre eigene Unterstützung selbst aufkommen und für die Arbeit selbst hofft man auf Spenden aus den Gemeinden und Förderer.
Lasst uns in dieser Sache das Angesicht Gottes suchen und dann seinen Auftrag ausführen.
Georg Hoffmann