Es ist zwar durchaus richtig, dass der ABÖJ zur Zeit vielleicht ein bisschen so ist wie ein Octopus dem man das Hirn weggeschossen hat. Aber nur weil man als Octopus kein Hirn mehr hat, muss man ja nicht gleich ein anderes Tier werden. Es wäre zwar ungesund hirnlos dahinzuleben, aber man kann sich ja ein neues Hirn besorgen und weiterhin ein glücklicher Octopus sein. (Und zu gegebener Zeit darüber nachdenken wie denn das Hirn verloren gegangen ist)
Und ich finde es gibt etliche Grüne weiterhin ein Octopus zu bleiben:
Einfach deshalb, weil der ABÖJ ein sehr feiner Verein ist. Das ist eine Feststellung und Feststellungen hab ich noch nie begründet.
Der ABÖJ hat den Vorteil, dass Kinder denen die Jungscharzeit gefallen hat, gleich nachdem sie zu alt sind um als Teilnehmer (Jungschar und Lager) mitzumachen mit 14 zum Erlebniskurs fahren können und danach als “Minileiter” selber dabeisein können.
Dadurch haben Jugendliche die Möglichkeit ohne zeitliche Lücke von Teilnehmern zu Mitarbeitern in der Gemeinde zu werden. Und ich bin ziemlich sicher, das genau dass der Grund ist, warum der ABÖJ so viele Mitarbeiter hat. Zumindest bei uns in der Ost-Region ist auf den Lagern wirklich kein Mitarbeitermangel zu bemerken. (Man kommt eher auf ein Lager, kennt die Hälfte der Mitarbeiter nicht und denkt sich: “jössas, dabei bin ich doch so schlecht mit Namen”)
Und das ist auch eine Sache die den ABÖJ zum Beispiel von KEB unterscheidet und die den ABÖJ so furchtbar toll macht. Nämlich dass die lückenlose Mitarbeiterförderung und -bindung einen ähnlich großen Stellenwert hat wie die Arbeit mit den Kindern. (Zumindest hat sie das bei uns in der JS und für mich; ich kann mich sehr gut an eine ehemalige Hauptleiterin erinnern die uns ständig auf alle verfügbaren ABÖJ-Kurse geschickt hat)
Ich hab als Jugendlicher nur mäßige Begeisterung für Dinge aufbringen können, zu denen ich einfach hingehen hab “müssen”, und Leute erklären mir dann diverse Weisheiten. Ich finde den Ansatz angeleitet etwas zu tun und dabei über Umwege zwangsweise auch über Dinge (die möglicherweise auch nur entfernt etwas mit Jungschar zu tun haben) nachdenken zu müssen, sehr viel interessanter und bereichernder. Angewandte Erlebnispädagogik für Leiter.
Die nächste Sache die ich gar nicht ändern würde ist der Name (deswegen habe ich mich auch bemüht in den vorangehenden Absätzen den Namen ABÖJ so oft wie möglich zu verwenden).
Weil, wenn man über eine Namensänderung nachdenkt, muss man auch darüber nachdenken was damit ausgedrückt wird bzw. was man damit ausdrücken möchte, weil für mich hat eine Umbenennung immer den Beigeschmack einer Distanzierung. Und was ist unsere Motivation uns von etwas Gutem zu distanzieren? Es wurde über viele Jahre daran garbeitet den ABÖJ aufzubauen, die Arbeit und die Qualität sind bekannt, alle lieben den ABÖJ und jetzt soll man dem ganzen einen neuen Namen geben? (Und denkt nur an all die T-shirts die man dann nicht mehr so wirklich verwenden könnte)
Es ist zwar richtig beobachtet, dass ABÖJ eine Abkürzung ist und diese haben von Natur aus die Neigeung erklärt werden zu müssen. Aber das ist mit jeder anderen Abkürzung genausso (wer zum Beispiel kann sich unter UNFPA und UNHCR etwas vorstellen?). Und genauso würde es uns gehen wenn wir auf einem neuen Namen bestehen. Kein Mensch kann sich was darunter vorstellen und man muss wieder 100 Briefe an noch viel mehr Leute schreiben und nur um letztendlich wieder dort zu sein wo man jetzt schon ist (nämlich der Held der Österreichischen Jungscharbeit). Und wie schon die Vorposterin bemerkt hat, kommen die relevanten wörter vor. Jungschar, Bibelorientiert und Österreich. Sehr viel besser und treffender kann man es auch nach 20 Jahren nicht ausdrücken.
Für mich geht es jetzt eher darum all diese Dinge zu bewahren, als irgendetwas neues zu machen.



